Bei Pflanzenfasern handelt es sich um langgestreckte, dickwandige, spitz zulaufende, Zellen pflanzlicher Herkunft.
Sie sind Bestandteil unterschiedlicher Gewebe (z.B. Kollenchym, Sklerencym oder Mesocarp) und im Bastteil des Stängels (Bastfasern: z.B. Flachs, Hanf, Nessel, Jute), den Blättern (Blattfasern: z.B. Sisal, Abaca), dem Samenstand (Samenfasern: z.B. Baumwolle, Kapok) oder Fruchtwänden (Fruchtfasern, z.B. Kokosfasern) zu finden.
Sowohl Bastfasern als auch Blattfasern werden vom Bastteil (Phloem) der Leitbündel gebildet, weshalb sie auch als Phloemfasern bezeichnet werden. Die Leitbündel von zweikeimblättrigen Pflanzen werden als "offene Leitbündel" bezeichnet, weil sie durch das Kambium (Gewebe) vom Holzteil (Xylem) getrennt sind. Die Leitbündel einkeimblättriger Pflanzen werden als "geschlossene Leitbündel" bezeichnet, weil Phleom und Xylem NICHT durch Kambiumgewebe getrennt sind, da einkeimblättrige Pflanzen KEIN Kambium besitzen.
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E X K U R S
Xylem: Wassertransport von der Wurzel hinauf zu Blättern und Blüte
Phloem: Assimilate (insbes. Zucker) -Transport von den Blättern zur Wurzel
dient als Kollenchym der mechanischen Festigung des Stängel
Kambium: Grundlage des sek. Dickenwachstums zweikeimblättriger Pflanzen
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Der Hauptbestandteil von Pflanzenfasern ist Cellulose, ein Polysaccharid, welches aus mehreren hunderten bis zehntausenden Beta-D-Glucosemolekülen aufgebaut ist.
Das Längen-Durchmesser-Verhältnis (Streckung) von Pflanzenfasern liegt zumeist weit über 1:100, d.h. sie sind mindestens 100 mal länger als ihr Durchmesser. Dabei liegt die Länge der einzelnen Zellen zumeist unter einem Millimeter. Eine Ausnahme bildet die Baumwolle (Samenfaser), deren Faser-Zell-Länge bis knapp 40 mm betragen kann.
Zur Fasergewinnung angebaute Pflanzen werden als Faserpflanzen bezeichnet.
Die Gewinnung von Bast- und Hartfasern erfolgt durch den sogenannten Faserauf- schluss.
Dabei werden durch mechanische Prozes-se die Fasern freigelegt und anschliessend gereinigt.